Hallo liebe Mitkuglerinnen,
es ist soweit, ich bin wieder da und möchte euch von meiner Schwangerschaft und den dazugehörigen Begleiterscheinungen berichten.
Vor mittlerweile tatsächlich vier Wochen hielt ich völlig überraschend einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen. Schwanger. Nach nur 6 Monaten Beziehung, nach einem mehr als turbulenten Jahr, in dem sich alles, aber auch wirklich alles für mich verändert hat und viel viel früher und vor allem vor allen anderen Schritten, die wir als Paar und Patchworkfamilie vorher hatten angehen wollen.
Trotzdem war und ist die Freude groß, weil ich nicht nur meinem zukünftigen Mann, sondern auch meiner 7jährigen Tochter aus erster Ehe ihren Herzenswunsch erfülle. Und ganz nebenbei darf ich in meinem Alter und nach vier verzehrenden Jahren unerfüllten Kinderwunsches vor 8 Jahren die wunderbare Erfahrung eines Überraschungsbabys machen. Ich hab mir selbst bewiesen, dass ich es doch drauf habe, einfach so ein Kind zu bekommen.
Vor vier Wochen hatte ich auch direkt den ersten Ultraschalltermin, bei dem man – für meine errechnete Schwangerschaftswoche untypisch- lediglich eine Fruchthöhle sehen konnte. Daraufhin bin ich zurückgestuft worden um 4 Tage. Zwei Wochen später aber konnten wir schon den pulsierenden, kräftigen Herzschlag unseres Überraschungsgastes bewundern. Der Mutterpass wurde ausgefüllt, diesmal fast mit der Schwangerschaftswoche, die auch ich errechnet hatte. So genau kann man es nicht wirklich sagen. Wir gehen davon aus, dass ich unsere kleine Raupe zum Geburtstag am bekommen hab. Der nächste Termin für´s Baby TV ist Mitte Oktober, da wird man dann schon mehr von unserer Raupe sehen können.
Meine Ultraschalltermine finden in meiner Heimatstadt statt, aus der ich vor 15 Jahren wegzog, um in Norddeutschland mein Glück zu suchen. Gefunden habe ich es dann nach vielen lehrreichen Jahren, Anfang des Jahres, wie soll es anders sein, in meiner Heimat. In Form meines Traummannes, den ich mir beim Universum bestellt und postwendend als besten Freund meines jüngeren Bruders geliefert bekam.
Ich bin erst im März in meine erste eigene Wohnung gezogen und mein Ex-Mann und ich hatten uns wöchentlich abgewechselt uns um unsere gemeinsame Tochter zu kümmern. Eine Woche ist sie bei ihm, dann wieder eine Woche bei mir. Nun pendele ich seit der Schwangerschaft wöchentlich zwischen West- und Norddeutschland hin und her. Nach unserer Trennung vor vier Jahren war sie aus verschiedensten Gründen erst mal bei ihm geblieben und hat vorrangig bei ihrem Vater gewohnt. Jetzt möchte sie mit mir in meine Heimat gehen.
Nach meinem letzten Frauenarztbesuch haben wir beschlossen, es ihr auch schon zu sagen, dass sie ein Geschwisterchen bekommt. Da sie seit Wochen schon irgendwie etwas zu ahnen schien und die Schwangerschaft ja auch für sie mit einschneidenen Veränderungen verbunden ist, wollten wir ihr so viel Zeit wie möglich geben, sich mit der neuen Situation anzufreunden.
Sie hat reagiert wie erwartet. Sie war außer sich vor Freude! Ich hatte sie von der Schule abgeholt und ihr ein paar Geschenke ins Wohnzimmer gelegt. Es ist ein Ritual, dass wir in „meiner“ Woche nach dem ersten Schultag erstmal eine Runde auf dem Sofa kuscheln. Und als sie sich gerade aufs Sofa setzte, da fielen ihr die Geschenke ins Auge.
Sie hatte sich Kleidung für ihre Babypuppe gewünscht und war fest davon überzeugt, dass sie das auch unter dem bunten Papier erwartete. Aber das war nur ein Teil des Geschenks. Ich hatte ihr zwei Bücher besorgt, die alle ihre Fragen, mit denen sie mich seit Wochen löcherte, beantworten konnten. „Conni und das neue Baby“ und „Wer wohnt denn da in Mamas Bauch“. Letzteres habe ich lange gesucht. Ein Buch, dass die Schwangerschaft der Mama nicht erst erklärt ab dem Zeitpunkt, wo der Bauch schon rund und dick ist und das Baby bald geboren ist. Meine Tochter möchte nämlich ganz genau wissen, wie das genau abläuft. Sie ist nicht dumm und weiß, dass es eben nicht „puff“ macht und plötzlich ist Mamas Bauch kugelig. In diesem Buch ist auf unterhaltsame und auch kindgerechte Weise erklärt, wie ein Kind im Bauch der Mutter 40 Wochen lang heranwächst. Wochenweise wird mit Vergleichen plastisch erklärt, wie groß das Baby vom Kopf bis zum Popo ist und was es jetzt schon alles hat und kann. Und als sie dann die Seite der 10. Schwangerschaftswoche aufschlug und sie las, dass das Baby jetzt zwar schon wie ein fertiges, kleines Menschlein aussieht, aber noch so klein ist, dass es sich noch zwischen Gummibärchen in der Süßigkeitenschüssel verstecken könnte, da sagte ich ihr, dass das Baby, das in meinem Bauch ist, jetzt genauso groß ist.
Mit untertassengroßen Augen schaute sie mich an und ein breites Grinsen breitete sich langsam vom rechten zum linken Ohr aus. Und dann wartete sie gespannt ab, ob ich sage, „April, April“ oder ein Zusatz wie „...irgendwann, wenn ich dann mal schwanger bin“. Als der dann aber ausblieb fiel sie mir erst um den Hals, dann sprang sie auf und hüpfte durchs Wohnzimmer.
Seit einer Woche gibt es kein anderes Thema mehr bei ihr. Jeden Abend cremt sie meinen Bauch ein und macht eine Zupfmassage. Dienstag hat sie für das Baby Frikadellen gemacht und auch vorher durch den Bauch gefragt, wieviele Frikadellen das Baby denn essen möchte.
Sie verabschiedet sich nicht mehr nur von mir, sondern ich bekomme auch einen Kuss auf den Bauch gedrückt und dieser wird auch als erstes begrüßt, wenn ich sie von der Schule abhole.
Donnerstag waren wir zusammen Kinderwagen Probe fahren und sie hat ihrer Schwester eine Spieluhr gekauft, die sie mir seitdem jeden Abend nach dem eincremen auf den Bauch legt. Ja, sie ist davon überzeugt, dass sie eine Schwester bekommt. Schließlich hat sie sich die ja beim Universum bestellt!
Ich kann mein Glück nicht in Worte fassen. Nachdem ich damals nach den harten, langen vier Jahren endlich mit meiner Tochter schwanger war, dachte ich danach, dass es das einfach wundervollste und magischste im Leben ist, ein Kind im eigenen Körper heranwachsen zu fühlen. Aber dieses Wunder mit dem eigenen Kind zu erleben, das ist wirklich das Größte und ich bin so unendlich dankbar, dass ich das so erleben und genießen darf.
Seit gestern bin ich nun wieder in meiner alten bald wieder Heimat. Das familienunfreundliche, wenn auch total schicke Auto, ist verkauft und wird morgen abgeholt. Ein neues Auto haben wir leider noch nicht gefunden. Da werden wir diese Woche mal sehen, wie wir das etwas anschieben können. Anschieben wollen wir auch das Finden unseres zukünftigen Zuhauses. Wir haben schon seit Monaten etwas in Aussicht und warteten darauf, das die bisherigen Mieter ausziehen und wir uns endlich im Haus umsehen und alles Weitere in die Wege geleitet wird.
Wenn mir Anfang diesen Jahres jemand erzählt hätte, was in den nächsten 9 Monaten alles passiert, ich hätte ihm nen Vogel gezeigt.
